EU beschließt umfassendere Sicherheitsregeln für Hedge-Fonds
Die EU-Finanzminister haben sich heute offenbar endlich in der Frage nach einer strengeren Regulierung von Hegde-Fonds und privaten Beteiligungsfonds innerhalb der EU geeinigt. Demnach soll ein Fonds-Pass eingeführt werden, ohne den der Betrieb eines solchen Fonds innerhalb der EU nicht mehr möglich sein wird und der bestimmten Voraussetzungen unterworfen ist. Für Fondsmanager mit Sitz in der EU soll der Pass ab 2013 verfügbar sein und für Manager aus Nicht-EU-Ländern ab 2015, wie Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen gegenüber dem Handelsblatt verriet. Ab 2018 könnten zudem auch noch nationale Zulassungsregeln gelten, die dann jeweils nur landesspezifisch gelten würden, hieß es weiter.
Mindestkapital und wesentlich mehr Transparenz werden von der Fondsbranche gefordert
Wer den neuen Fonds-Pass beantragen möchte, muss mit seinem Fonds zukünftig ein bestimmtes Mindestkapital vorhalten können und darüber hinaus viele Abläufe und Daten wie beispielsweise den Verschuldungsgrad, die Anlagestrategie und auch die eigenen Bewertungsmethoden in Bezug auf den Fonds offenlegen. Darüber hinaus muss eine Depotbank eingeschaltet werden, über die die Anleger Fondsanteile kaufen können. Neben Hedge-Fonds und privaten Beteiligungsfonds (Spezialfonds) sollen zudem auch offene Immobilienfonds diesen neuen Regelungen unterworfen sein, wurde erklärt. Die Überwachung der Einhaltung dieser Regeln sollen zudem die neu geschaffenen EU-Aufsichtsbehörden übernehmen, die im Notfall sogar bestimmte Geschäfte von Fonds unterbinden könnten, wenn diese problematisch sein, berichtete EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier.
Einigung über Hedge-Fonds Regeln ist Folge eines G20-Beschlusses
Mit der Einigung innerhalb der EU über die wesentlich umfangreichere Regulierung von Hedge-Fonds wird ein Beschluss der G20-Runde umgesetzt, der vorsieht, dass alle Finanzmarktteilnehmer und auch alle entsprechenden Produkte einer entsprechenden Kontrolle unterworfen werden, um zukünftig solche Folgen wie die Finanz- und Wirtschaftskrise unwahrscheinlicher zu machen. Es bleibt nun abzuwarten, ob dieser Vorschlag unverändert das EU-Parlament passieren wird, aber wenn dies passiert, ist ein großer Schritt in Richtung mehr Sicherheit auf den Finanzmärkten getan.
