Irische Staatsschulden belasten den Eurokurs

Nachdem der Euro in den letzten Monaten bis auf kleinere Rückschläge nur den Weg nach oben kannte, hat die Angst vor der Schuldenkrise nun erneut die Märkte ergriffen. Als der irische Zentralbankchef Patrick Honohan öffentlich erwähnte, dass eine Sanierung der irischen Staatsfinanzen noch sehr lange dauern werde, wurde es an den Märkten turbulent und der Euro sackte auf 1,3671 Dollar ab. Als weiterer Grund für den Kursverlust der europäischen Gemeinschaftswährung wird zudem auch die problematische Versteigerung portugiesischer Staatsanleihen angesehen, die die Angst der Anleger vor einer Verwässerung des Euros weiter anstachelte, wie verschiedene Händler bestätigten.

Auch die Aktienmärkte notierten schwächer

Die Nachrichten aus Irland und Portugal haben zudem ebenfalls die Stimmung an den Aktienmärkten getrübt, was auch der Stand des DAX mit 6.719 Punkten bestätigte, denn der Index verlor am heutigen Tag allein 1 Prozent. Aus Händlerkreisen wird berichtet, dass viele Anleger sich zunächst für die Mitnahmen der Gewinne aus den letzten Tagen entschieden hätten. Die zusätzliche Straffung der Geldpolitik in China durch eine Erhöhung der Mindestreserve um 0,5% hat offenbar auch zur Zurückhaltung der Anleger beigetragen, weil diese fürchten, dass ein zu starkes Abbremsen der chinesischen Wirtschaft auch die Finanzmärkte in Mitleidenschaft ziehen könnte. Michael Harms, Chefstratege beim Bankhaus Delbrück Bethmann Maffei in Frankfurt, hält diese Ängste jedoch für übertrieben, weil die chinesische Wirtschaft immer noch stärker wachse als beabsichtigt, hieß es weiter.

Kehrt die Schuldenkrise der EU zurück in die Finanzmärkte?

Nach der Griechenlandkrise scheinen sich mit Portugal und Irland zwei weitere Sorgenkinder in der europäischen Schuldenkrise herauszukristallisieren. Es bleibt dabei nur zu hoffen, dass die Staatsfinanzen dieser Länder auf schnelleren und einfacherem Wege gelöst werden können, denn eine erneute Anlegerpanik wäre sicherlich keine erfreuliche Entwicklung für die Finanzmärkte und würde den Euro als Gesamtprojekt auf eine harte Probe stellen.