Japan beeinflusst zur Exportstärkung Wechselkurs des Yen

Der Zusammenhang zwischen dem Wert einer Währung und den Exporten des dazugehörigen Landes ist in der Wirtschaftstheorie schon lange bekannt, denn wenn der Wechselkurs zugunsten der eigenen Landeswährung steigt, steigen für Nachfrager aus anderen Staaten auch die Preise und die Exporte gehen deswegen zurück. Dieser Zusammenhang ist aktuell in Japan zu erkennen, was die Notenbank gestern auch dazu veranlasste, zu intervenieren und durch Yen-Verkäufe den Wechselkurs künstlich zu drücken. Zu diesem Zweck hat die japanische Notenbank offenbar Yen im Wert von 100 bis 500 Milliarden auf den Markt geworfen, so dass der Dollar-Yen-Kurs von 85,63 auf 82,87 Yen fiel.

Unternehmen in Japan loben den Schritt – Skeptiker im Ausland

Großkonzerne aus Japan wie beispielsweise Honda lobten den Schritt der japanischen Notenbank deutlich und äußerten in einer Erklärung, dass dies die Exportgeschäfte des Landes und damit ebenfalls die Konjunktur beleben könnte. Auch an der Börse in Tokyo sah man den Schritt insgesamt positiv, was zu deutlichen Kursgewinnen führte, jedoch konnte die gute Stimmung sich nicht auf die europäischen Märkte retten, denn diese schlossen letztlich im Minus. Gerade im Ausland gab es auch viele Skeptiker wie zum Beispiel den Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker, der den Alleingang kritisierte und dazu anmerkte, dass ein solch globales Problem nicht mit einer Einzelaktion bekämpft werden könnte.

Trotz aller Skepsis stößt die japanische Regierung auch auf Verständnis

Während China wegen Währungsmaßnahmen zur künstlichen Abwertung des Yuan regelmäßig kritisiert wird, äußerte man nun durchaus Verständnis für die japanische Situation, die allgemein als Sonderfall bezeichnet wurde. Nach Ansicht von Analysten hat die japanische Wirtschaft schon seit langem Probleme durch die starke Währung, wie Simon Flint, Währungsanalyst bei Nomura in Singapur, andeutete. Auch innerhalb der EU-Kommission scheint sich die Meinung durchzusetzen, dass die Japaner handeln mussten, um den Export letztlich nicht komplett abzuwürgen. Neben den Exporten scheint die japanische Regierung mit den Währungsverkäufen jedoch auch die Deflation im eigenen Land bekämpfen zu wollen, denn die überschüssige Liquidität wird diesmal nicht durch die Ausgabe von Anleihen ausgeglichen, so dass der wirtschaftlich ebenfalls schädliche Preisverfall gestoppt werden könnte. Es bleibt nun abzuwarten, ob das japanische Währungsproblem auf diese Weise tatsächlich gelöst werden kann oder ob die Märkte sich mit der hohen Einschätzung des Yen letztlich durchsetzen werden.