Viele Deutsche haben mehr Aktien als sie denken
Erst vor kurzem hat eine Studie des Deutschen Aktien Institutes ergeben, dass die Anzahl der Aktieninhaber in Deutschland stetig sinkt und lediglich noch 8,6 Millionen Anleger in Aktien oder Aktienfonds investierten. Was auf den ersten Blick so aussieht, als ob immer mehr Anleger den Aktien den Rücken kehren, kann offenbar auch ganz andere Ursachen haben, wie das Handelsblatt berichtet. So investierten sehr viele Anleger in Deutschland mittlerweile in die private oder betriebliche Altersvorsorge und würden damit indirekt Aktien kaufen, ohne dies zu merken, hieß es weiter.
Altersvorsorge wird für die deutsche Aktienkultur immer wichtiger
Sowohl Lebensversicherungen als auch Anlagen in die betriebliche Altersvorsorge führen im Regelfall dazu, dass der Anleger automatisch auch in Aktien investiert. Nach Aussage von Thomas Jasper, Vorstand bei der Unternehmensberatung Towers Watson, ist die betriebliche Altersvorsorge sogar mehr und mehr eines der wichtigsten Elemente der deutschen Aktienkultur. Da sich die Entgeltumwandlung in die betriebliche Altersvorsorge zudem immer weiter verbreitet, steigt natürlich auch die Zahl der indirekten Aktionäre weiter an. So ergab eine Studie des TNS Infratest Sozialforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, dass ca. zwei Drittel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ein Recht auf die Entgeltumwandlung haben, was das Potenzial an indirekten Aktionären aufzeigt.
Auch die Riester-Rente wird oftmals in Aktien investiert
Wer zudem auf die Riester-Rente setzt, wird zumindest anfänglich ebenfalls in Aktien investieren, denn sowohl die Lebensversicherungen als auch die Fondssparpläne sind oftmals in jungen Jahren auf Aktien ausgelegt und werden erst bei fortschreitendem Alter des Anleger vermehrt in sichere Geldanlagen umgeschichtet, da kurzfristige Kurs-Schwankungen sonst eventuell nicht mehr ausgeglichen werden könnten. Somit können also auch die 14 Millionen Nutzer der Riester-Rente durchaus zu den Aktionären gezählt werden, resümiert das Handelsblatt. Die Aktienkultur hat sich letztlich also nur von direkten Investments hin zur privaten oder betrieblichen Altersvorsorge verschoben, die es allerdings auch erst 10 Jahre in staatlich geförderter Form gibt.
