Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld- und Girokonten?
Fast jeder, der einer geregelten Arbeit nachgeht, verfügt heutzutage über ein Girokonto. Doch neben einem Girokonto bieten viele Banken auch sogenannte Tagesgeldkonten an. In diesem Beitrag soll einmal auf die Unterschiede dieser beiden verschiedenen Konten eingegangen und aufgezeigt werden, für welchen Kunden sich welches Konto am besten eignet.
Bei einem Girokonto handelt es sich um ein Verrechnungskonto, indem Zahlungen bargeldlos vorgenommen werden können. Es dient also dem Geschäftsverkehr, um Waren zu bezahlen bzw. entsprechende Geldleistungen zu erhalten. Ein Girokonto wird mit einem Guthaben fast ausnahmslos nicht verzinst (Ausnahme siehe unten). In der Regel bieten die Banken den Kunden zusätzlich in Abhängigkeit von seiner Bonität einen Dispositionskredit an. Der Kunde darf sein Konto um diesen vereinbarten Betrag überziehen, ohne dass das Konto entsprechende Deckungen aufweist. Diesen Dispositionskredit lassen sich die Banken regelmäßig teuer bezahlen. Sofern das Konto noch über diesen vereinbarten Kredit hinaus überzogen wird, ist der Zinssatz noch höher. Solche weiteren Überziehungen haben natürlich ihre Grenzen, die die Bank individuell festlegt. Zusammenfassend lässt sich festhalten: Bestes Girokonto ist insofern jenes, dass den niedrigsten Zinssatz für Dispositionskredite aufweist.
Bei Tagesgeldkonten handelt es sich um Anlagekonten. Die Kunden überweisen eine bestimmte Summe Kapital auf ein Tagesgeldkonto und erhalten im Gegenzug eine entsprechende Verzinsung ihres Guthabens. Die Verzinsung ist variabel und orientiert sich am Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank. Werden die Zinsen angehoben, steigt der Zinssatz für Tagesgeldkonten. Bei umgekehrter Entwicklung fallen die Zinsen entsprechend. Oftmals passen Banken den Zinssatz bei fallenden Leitzinsen schneller an als bei steigenden. Über die Masse des in den Tagesgeldkonten angelegten Kapitals ist es der Bank möglich, einen Teil der Gelder profitabel anzulegen. So wird die jeweilige Verzinsung der Tagesgeldkonten sichergestellt und zusätzlich erwirtschaftet die Bank aufgrund höherer Einnahmen durch die Anlagen zusätzliche Gewinne.
Im Unterschied zu einem Girokonto kann über ein Tagesgeldkonto kein Zahlungsverkehr erfolgen. Überweisungen können nur zu einem Verrechnungskonto erfolgen. Mittlerweile gibt es allerdings auch Banken, die beides in einem anbieten – ein Girokonto bei gleichzeitiger Verzinsung der Einlagen. Oftmals wird hier allerdings ein monatlicher regelmäßiger Gehaltseingang in bestimmter Höhe vorausgesetzt.
Wer also Wert darauf legt, eine überschaubare Zahl an Konten zu besitzen, für den sind diese Angebote im Sinne “bestes Girokonto” sicherlich eine interessante Option.
