Weizen als Geldanlage Möglichkeiten und Risiken
Rohstoffe haben in der Vergangenheit bei den meisten privaten Anlegern nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt, denn sie unterliegen starken Preisschwankungen und die wenigsten Anleger sind zudem in der Lage, solche Rohstoffe tatsächlich zu lagern, wenn man einmal von Edelmetallen wie Gold oder Silber absieht. Dass man mittlerweile allerdings auch Weizen als Geldanlage nutzen kann, ist eine Erkenntnis, die für viele Privatanleger relativ neu sein dürfte. Dabei kann man Weizen gerade in diesem Jahr als äußerst rentabel bezeichnen, denn der Preisanstieg seit Jahresbeginn liegt bei ca. 20%, was einer Rendite entspricht, die kaum eine andere Geldanlage bieten kann. Nun stellt sich natürlich die Frage, wie man an diesem Preisanstieg als Anleger partizipieren kann und genau dies wird nun etwas genauer beleuchtet.
Ein Direktkauf von Weizen ist nicht praktikabel es gibt viele Ausweichlösungen
Es ist offensichtlich, dass ein Direktkauf von Weizen für Privatanleger nicht durchführbar ist, weil fast niemand über die Lagerkapazitäten verfügt. Trotzdem gibt es durchaus Möglichkeiten, an den steigenden Preisen für Weizen mitzuverdienen, wenn man sich entsprechender Finanzprodukte bedient. Dazu gehören beispielsweise Weizen-Fonds, die selbst im Weizengeschäft tätig sind oder Anteile an verschiedenen großen Weizenanbietern kaufen und somit natürlich auch entsprechend an den Gewinnen oder Verlusten beteiligt sind. Weitere Möglichkeiten stellen Wertpapiere in Form von Weizen-Zertifikaten oder Weizen ETCs dar, die jedoch im Vergleich zu den Future-Kontrakten alle nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Mit Weizen Future-Kontrakten lässt sich direkt am Weizenpreis partizipieren
Mit einem Future-Kontrakt geht man als Anleger die Verpflichtung in der Zukunft ein, eine bestimmte Menge Weizen an einem bestimmten Tag zu dem jeweiligen Tageskurs zu kaufen oder zu verkaufen. Der Verdienst wäre bei einem Verkauf die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Verkaufspreis, wobei diese selbstverständlich auch negativ ausfallen kann. Man kauft den Weizen dabei jedoch nie wirklich, sondern es geht nur um den Handel mit den Kontrakten. Ein solches Warentermingeschäft läuft über die verschiedenen Warenbörsen in der Welt und birgt selbstverständlich einige Risiken, die man beachten sollte. So ist Weizen als Rohstoff starken Preisschwankungen unterworfen, die einen unvorsichtigen Anleger im Handumdrehen einen Totalverlust bescheren können. Ferner gibt es jedoch auch einfach eine ganze Reihe von Faktoren wie Umweltkatastrophen, Ernteausfälle oder auch eine besonders gute Ernte, die sich auf den Preis für Weizen auswirken können.
Weizen-Anlageprodukte haben eine sehr gute Entwicklung hinter sich
Schaut man sich die Entwicklung im Bereich der Weizen-Investments an, so lässt sich sagen, dass diese in den letzten Monaten sehr positiv verlaufen ist. Von Ende Juni bis Anfang August hat sich der Future-Preis für einen Scheffel Weizen (27,2 Kilogramm) an der Terminbörse Chicago Board of Trade (CBOT) auf 8,68 Euro nahezu verdoppelt. Auch wenn es in den letzten Tagen Gewinnmitnahmen gab, die den Preis wieder in den Bereich von 7 Euro gedrückt haben, liegt hier auf jeden Fall ein großes Gewinnpotenzial. Wer zudem in Indexzertifikate auf Rohstoffe inklusive Weizen gesetzt hat, konnte seit Ende Juni (Index Stand CRB: ca. 250 Punkte) ebenfalls weit über 10% Gewinn verzeichnen (Index Stand CRB August: ca. 280 Punkte). Wer also in Weizen investieren möchte, sollte vorher sehr genau hinschauen und versuchen, die Risiken abzuwägen, um letztlich auch wirklich eine gute Rendite erhalten zu können.
